Sind Nackedeis immer Kunst?

Sind Nackedeis immer Kunst?

Kaum eine andere Ausstellung zeigt so viel nackte Haut wie die Ausstellung „Homo Sapiens Sexus“, die ab Mittwoch in der Galerie Kunstkeller zu sehen ist. Männer und Frauen gefesselt, tätowiert, gepierct, schüchtern oder frech in Szene gesetzt sind in der Ausstellung so wie Gott sie schuf zu sehen.

Angesichts dieser Bilder stellt sich nun die Frage, wo Kunst eigentlich anfängt und wo sie aufhört. Reichen nackte Genitalien und Brüste tatsächlich schon aus, um als Kunst zu gelten?

Bei der Frage nach der Kunst in seinen Bildern, schmunzelt Fotograf Andreas Maria Kahn nur und antwortet: „In der Aktfotografie geht es darum, einen nackten Menschen besonders schön zu fotografieren. So wie bei den Seite-1-Mädchen in BILD. Meine Modelle sind ungeschminkt. Jedes Foto transportiert auch eine Bedeutung.“ Das macht also Nacktfotos zur Kunst.

Andreas Maria Kahn ist kein Unbekannter in Künstlerkreisen. Seit 2006 hat er von der Münchner Akademie der Künste die offizielle Anerkennung als Künstler. Modelle findet er im Freundeskreis und im Internet, die dafür kein Geld bekommen.

Bevor der Fotograf seine Modelle in Szene setzt, befragt er sie ausführlich. Dabei entstehen die Ideen für sein Werk, denn die Frauen und Männer zeigen sich so, wie sie sind

Natürlich setze er bewusst Symbole ein und inszeniere die Hintergründe. Doch trotzdem bleibt immer noch genug Platz für die eigene Auslegung der Bilder.

Wer nun Interesse hat: Die Ausstellung ist vom 20. April an bis zum 25. Juni 2011 im Kunstkeller (Radeberger Straße 15) zu sehen.